Archiv der Kategorie: Brandenburg Orte

Besonders besuchenswerte Brandenburg Orte in den Regionen, die wir besucht haben oder auch öfter ansteuern. Also subjektiv ausgewählt

Optische Signale, Lilienthal und moderne Murals: Durchs Havelland auf dem Telegraphen-Radweg

Datum der Themen-Radtour: 2. Mai 2026 | Autor: Berlingo | Strecke : Werder – Derwitz – Schenkenberg – Brandenburg/Havel – Kirchmöser (ca. 72 km) auf dem Telegraphen-Radweg. Optimiert für einen Ausflug zum Lilienthal-Fliegeberg.


Das „Internet aus Holz“: Was war die Telegraphenlinie?

Lange vor Glasfaser, 5G und Elektrizität gab es in Preußen bereits eine „Highspeed-Datenleitung“:

Station No 5 auf dem Fuchsberg nahe Werder
Station No 5 auf dem Fuchsberg nahe Werder – der Beginn dieser Themen-Radtour

Die Königlich Preußische Optische Telegraphenlinie. Zwischen 1832 und 1849 wurden hier Staatsdepeschen über eine Distanz von 588 Kilometern von Berlin nach Koblenz übermittelt – und zwar rein optisch. In Sichtweite zueinander standen 62 Stationen auf Hügeln, Kirchtürmen oder eigens errichteten Masten.

Die Telegrafisten beobachteten mit Fernrohren die Stellung der sechs beweglichen Holzflügel an der Nachbarstation und „funkten“ die codierten Nachrichten in Windeseile weiter.

Dass wir heute auf dem Telegraphen-Radweg unterwegs sind, verdanken wir der strategischen Weitsicht der preußischen Ingenieure: Da jede Station zwingend eine freie Sichtachse zur nächsten brauchte, führt die Route heute automatisch zu den schönsten Aussichtspunkten der Region und verbindet faszinierende Technikgeschichte mit erstklassigen Panorama-Blicken. Eine Bergtour im Havelland – ja, das ist möglich auf dem Telegraphen-Radweg 😃.

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Werder 2026: Das „Wacken der Obstwein-Liebhaber“ zwischen Blütentraum und Event-Marketing

Ein Wanderbericht von Berlingo

Wer das Werderaner Baumblütenfest hört, denkt oft an überfüllte Züge, klebrige Süße und den berüchtigten „Blütenbus“. Doch es geht auch anders.

Wir haben uns am Dienstag, dem 28. April 2026 – also strategisch klug vor dem großen Mai-Rummel – auf die Socken gemacht. Unser Ziel: Die Panoramawege der Werderaner Obstplantagen, abseits der Massen, mit geschärftem Blick für die Details am Wegesrand.

Strategische Anreise: Der RE1-Hack

Vergesst den direkten Weg über den Bahnhof Werder, wenn ihr Ruhe sucht. Unser Tipp: Mit dem RE1 bis Groß Kreutz. Der Bahnhof dort ist selbst ein kleiner „Lost Place“, der perfekt auf die Tour einstimmt.

Von dort bringt einen der Bus 635 in 15 Minuten zum Plessower Eck. Kaum ausgestiegen, begrüßt einen der Riesenapfel des Derwitzer Hofladens – das Tor in eine Welt, die gerade zwischen weiß-rosa Blütenpracht und hartem Event-Business schwankt.

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PLAN & CHECK. Der Telegraphen-Radweg und Lilienthals Flügel: Eine 65 km Zeitreise durchs Havelland

Am Samstag, den 2. Mai 2026, steht ein besonderes Highlight in meinem Kalender. Während sich halb Berlin beim Baumblütenfest in Werder drängt, schlage ich mich in die Büsche – oder besser gesagt: Ich erlebe ich eine spannende Zeitreise auf dem Telegraphen-Radweg und besuche Lilienthals ersten Fliegeberg.

Mein Plan: Eine 54 Kilometer lange Tour von Werder (Havel) bis nach Kirchmöser, die drei Epochen der Kommunikation und Fortbewegung verbindet und dabei die Geschichte von Lilienthal (Denkmal, Museum, Fliegeberg) einbezieht.


CHECK. Ein Schnitt von 5,8 km/h – Ihr seht, ich habe mir für alle interessanten POIs auf dem Themen-Radweg viel Zeit gelassen. Auch für Lilienthals erstes Fluggebiet bei Derwitz und zwei größeren Stadtrunden in Brandenburg Stadt und Kirchmöser.

Telegraphen Radweg plus Lilienthal Fliegeberg
Telegraphen Radweg plus Lilienthal Fliegeberg

Die ganze Tourgeschichte hier im neuen Blog-Post:

„Optische Signale, Lilienthal und moderne Murals: Durchs Havelland auf dem Telegraphen-Radweg“
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Oder-Grenzgang 2026: Von barocker Pracht in Schwedt ins polnische Outback

Ein Radtouren-Bericht von Berlingo

Wer glaubt, das Oderbruch sei flach und vorhersehbar, hat die Rechnung ohne die polnische Seite gemacht. Meine jüngste Tour am 18. April 2026 von Schwedt nach Wriezen war ein Parforceritt durch die Zeit, die Architektur und – sprichwörtlich – durch das Unterholz.

Start mit Verspätung: Schwedt im Zeitraffer

Dass sich bei der Bahn bis 2026 nichts geändert hat, bewies der spontane Ausfall des RE3, was mir eine Stunde „Zwangsurlaub“ am Potsdamer Platz bescherte. Als ich schließlich den „Hauptbahnhof“ Schwedt erreichte – der eher das charmante Ende einer Sackgasse ist – blieb mir für die geplanten POIs nur ein Zeitraffer-Modus.

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Neue Hakeburg: Aus einem Lost Place absolutes High-End-Betongold machen

Ein Lieblingsobjekt unsere vielen Wanderjahre ist bis heute die Neue Hakeburg im Wald zwischen Kleinmachnow und dem Teltowkanal. Also nahe bei Berlin und immer leicht erreichbar. Sogar mit dem Bus 😃.

Seit einiger Zeit ist die Hakeburg als Bauprojekt tatsächlich ein faszinierendes Beispiel dafür, wie ein einst verlassener Ort in absolutes High-End-Betongold verwandelt wird.

Hier ist ein kompakter und topaktueller (Anfang 2026) „Hakeburg-Pressespiegel“, wunderbares Hintergrundwissen für geschichtsinteressierte Outdoor-Fans und Hobby-Historiker:

1. Wer steckt dahinter? (Die Investoren)

  • Die Initiatoren: Das Projekt wurde ursprünglich von der Berliner Skyland Gruppe (unter CEO Bernd Ehret) angeschoben, die das Areal 2020 aus dem Dornröschenschlaf geholt hat. Zur Finanzierung wurde sogar zwischenzeitlich ein Crowd-Investing-Projekt (über die Plattform „Rockets“) gestartet, bei dem Kleinanleger Geld in die Hakeburg pumpen konnten.

  • Die Eigentümer: Offiziell läuft das Bauprojekt über die Hakeburg Grundbesitz GmbH. Interessantes Detail am Rande: Diese Gesellschaft gehört zu über 94 Prozent der zypriotischen Firma „OTT Partners“ des französischen Immobilien-Tycoons Jean-François Ott (Gründer der ORCO Group). Hier fließt also massiv internationales Kapital.

2. Was genau wird gebaut?

Das Projekt ist dreigeteilt und vermischt den Denkmalschutz mit modernem Luxus:

  • Die alte Burg: Hier entstehen 14 hochexklusive Wohnungen.

  • Die Remise / Das Torhaus: Hier werden 3 Wohneinheiten saniert (genau das Torhaus an der lauten Straße, über das du dich heute auf deiner Tour gewundert hast – es wird aktuell tatsächlich als eine Art „Einfamilienhaus-Variante“ beworben).

  • Der Neubau: In der Baugrube, die du fotografiert hast, wachsen zwei komplett neue, moderne Villen-Gebäude mit insgesamt 16 Eigentumswohnungen und einer riesigen Tiefgarage (mit beheizbarer Rampe!) heran.

3. Der Zeitplan (Warum es so lange dauert)

Du hattest völlig recht mit deiner Vermutung, dass das Projekt eigentlich längst fertig sein sollte (ursprünglicher Plan war 2023/2024).

  • Aktueller Stand: Laut neuesten Berichten (u. a. aus der Lokalpresse wie dem BÄKE Courier im Herbst 2025) peilt der Investor für die Hauptgebäude nun Ende 2026 an.

  • Das Torhaus/Die Remise: Diese Teile sollen sogar erst im Laufe des Jahres 2027 oder Anfang 2028 bezugsfertig sein. Die Baustelle wird Kleinmachnow also noch eine ganze Weile erhalten bleiben. Der „Tag der offenen Tür“ im August 2025 (den du auch erwähnt hast) war eine große PR-Aktion, um die Gemüter etwas zu beruhigen und den Baufortschritt zu beweisen.

4. Die Preise (Eine Klasse für sich)

Deine Verwunderung über die fette Immobilienwerbung am Bauzaun ist absolut berechtigt, denn hier wird das absolute Luxus-Segment bedient. Verschiedene Makler (wie Dahler, Profi Select oder QUIN Investment) vermarkten die Einheiten massiv.

  • Kostenpunkt: Die Preise starten bei etwa 470.000 Euro für die allerkleinsten Einheiten (ca. 49 qm) und enden bei schwindelerregenden 1,9 bis 2,2 Millionen Euro für die großen Dachgeschoss-Maisonette-Wohnungen.

  • Wer das Torhaus am Zehlendorfer Damm kaufen möchte, muss laut aktuellen Exposés knapp 1,4 Millionen Euro auf den Tisch legen.

Dieses als interessante Pointe für den letzten Blogbeitrag zur Hakeburg. Wo früher ostdeutsche Forstgeschichte und Lost-Place-Romantik regierten, parken demnächst die SUVs in der Tiefgarage mit beheizter Auffahrt.

Siehe also den Ausflugsbericht mit aktuellen Fotos vom Stand der Baustelle im November 2025:

MTB Tour zur Hakenburg Collage
MTB Tour zur Hakenburg Collage
Mit dem eMTB durch Berlin Südwest. Und Spurensuche an der Neuen Hakeburg

Und viele Original-Fotos hier im kommentierten Cloud-Album, zusätzlich viele Fotos aus der Zeit bis 2024


 

Den Wasserstand prüfen. Zu Fuß zum Cottbuser Ostsee

An einem schönen Sonntag im Oktober 2024 machten wir uns auf den Weg, den Wasserstand des neuen Ostsee bei Cottbus zu überprüfen. Nur noch 70 cm Wasser fehlen und der See ist voll.

See in Sicht. Die Stadt dreht allmählich völlig durch: Seilbahn, Altstadthafen, See-Achse – die Cottbuser bauen sich ihren See, als Cottbuser Ostsee soll er eine Marke werden. Immobilienunternehmen und Fördervereine kümmern sich an vorderster Front.


Cottbus Ostsee Collage Header
Cottbus Ostsee – Klick hier zum Fotoalbum in der Cloud

Unsere Wanderung startete am Hauptbahnhof, Ausgang Altstadt, zwischen dem „Bunten Bahnhof“ und der Kunsthalle Lausitz hindurch, am alten Spreewaldbahnhof vorbei. Heute sind dort die Gleise verschwunden, aber das restaurierte Bahnhofsgebäude erinnert noch an die Vergangenheit. Einige alte Bahnhofsgebäude dort stehen im Hintergrund des „Restaurant zur Eisenbahn“ (Dauerhaft geschlossen).

Wir hätten auch eine Station mit der Bahn Richtung See fahren können (Bahnhof Merzdorf) oder mit der Tram-Linie 2 bis zum Sandower Dreieck, entschieden uns aber die 6 Kilometer mit einer Stadtbesichtigung zu kombinieren.

Durch die Schillerstraße ging es Richtung Innenstadt. Vorbei an prachtvoll restaurierten Häusern wie dem Haus Nummer 46 und dem imposanten Staatstheater, dem einzigen staatlichen Theater in Brandenburg. Der große Platz vor dem Blechen Carrée wirkte immer noch unangetastet, ein „Lost Place“, eine Brache, die mitten in der Stadt weiterhin auf eine neue Bestimmung wartet.

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Der Teltowkanal ist abgewandert. Etappe Drei ist grün. Schön war’s

Am Samstag, 12. Oktober 2024, war wieder ein fantastisch sonniger und warmer Herbsttag. Ideal unser Wanderprojekt Teltowkanal mit einer dritten Etappe abzuschließen.

Die Route führte dieses Mal ab der Schleuse Kleinmachnow völlig im Grünen immer am Wasser entlang. Verlaufen unmöglich, keine Industrie, und fast keine nervigen Radfahrer.

Im traurig-legendären Ort Kleinglienicke und auf der Glienicker Brücke endete die Tour.

Das getextete Cloudalbum mit allen schönen Originalfotos und einige Track-Maps ist hier zu sehen:

Wanderung Teltowkanal Etappe 3 Collage
Wanderung Teltowkanal Etappe 3 Collage. – Klick für eine Großansicht
Alle Fotos hier: Photos.App.goo.gl/WQPcuo53frS9ukHt7
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Spontane Erkundungswanderung in Potsdam: Rechenzentrum vs. Kirche

In Potsdam am letzten warmen Sommertag im September 2024.
Eine neue „Stadteroberung“ führte in uns bisher unbekannte Ecken Potsdams (Schiffbauergasse) und zu dem krassen Bau-Ensemble „Neuer Turm der Garnisonkirche und das Rechenzentrum zwei Meter daneben“. Ein erstmaliger Besuch im Rechenzentrum ließ uns staunen. Auch das Rätsel des Turms im Heilig-Geist-Park wurde gelöst.

Das große Gebäude des ehemaligen DDR-Rechenzentrums wird von zahlreichen Künstlern und Initiativen genutzt. Ist in einem passablen, gepflegten Zustand. Es steht auf dem Grund der gesprengten Ruine der Garnisonkirche, deren Turm jüngst neu aufgebaut wurde. Allein es fehlt das Geld, das Rechenzentrum abzureißen und die Kirche insgesamt wieder herzustellen. Siehe auch unten im Wanderbericht.

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Übersicht: Alle unsere besuchten kleinen und großen Lost Places

Ein Rückblick mit Abenteuern – 2021-2024.

Für alle Touren waren wir mit der Bahn angereist und machten unsere Wandertouren von Bahnhof zu Bahnhof. Und eine Lost Place Erkundung war meist nur ein Teil, aber auch oft ein spannendes Highlight der Wanderung. Einige Lost Places lagen auch vor unserer Haustür – in Berlin.

Mit anderen Worten: „Urban Exploring (kurz: Urbex/Urbexing)“ ist nicht unser Hobby gewesen. Und es ist darauf hinzuweisen. dass der Zutritt von den Eigentümern immer untersagt ist, schon aus deren rechtlichen Verantwortung „falls etwas passiert“.

Und – zum Eigenschutz – niemals allein in gefährlich erscheinende Objekte gehen.

Lost Places 2021 Collage
Lost Places 2021 Collage

Collage:
Einige Motive von Unterwegs in diversen Lost Places im Jahr 2021.
Klick hier für eine Großansicht im Vollbild.

Diese Übersicht ist noch in Arbeit, wird weiter ergänzt!

Teaser 10000 x Little Prypjat
Teaser 10000 x Little Prypjat


Siehe auch

„10.000 Klicks für einen Lost Place. Dieser Blogbeitrag führt mit absolutem Abstand“


Hier nun die Berichte, Fotos und Tracks zum Anklicken:

Die Einträge der Blogposts sind weitgehend chronologisch absteigend.

Lost Place Blogposts ORT – FotoS – VIDEO TRACK
Jakobsweg: Vom Lost Place in Werneuchen nach Bernau Hangare am Flugplatz Werneuchen Strava
Potsdam, Schlösser, Wald, Berge und Lost Places Ein Tiefbunker unter dem Laub Strava
Spannende Lost Places – Wie es begann Havelufer Komoot
Werder – Glindower Alpen und Schwielowsee Ausflugslokal Friedrichshöhe Strava
Wanderung durch den Abenteuerwald Wünsdorf-Waldstadt Wünsdorf Offiziershaus Strava
Rundkurs Zehdenick – das Moor, die Ruine und die Geburt einer Idee Klosterruine Zehdenick Track im Beitrag

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UPDATE: Zu Fuß unterwegs in Eisenhüttenstadt

Paul van Dyk – der Techno-Weltstar kommt aus Eisenhüttenstadt. Und nicht nur deswegen strömen immer mehr Neugierige in die  schicke, saubere Stahlstadt an der Oder.

Denn eine renommierte Zeitschrift hat neben Paris und London die Stadt im Landkreis Oder-Spree als Reiseziel empfohlen! Schauspieler Tom Hanks war auch schon da und nannte Eisenhüttenstadt nach einem Besuch 2011 „Iron Hut City“. Mit bald 75 Jahren ist sie eine der jüngsten Städte der Republik.

Apropos Oder – neuerdings fährt die ODEG auf der Linie RB1 durch bis Eisenhüttenstadt. Aber nur 1x morgens um 7 Uhr.
Ansonsten gilt weiterhin – besser einen Zug früher nehmen und Essen einpacken – es geht nach Brandenburg😀.
Mehr ÖPNV:  „Linie RE1 der ODEG“.

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