220708 Bad Belzig und ein Weg mit Ueberraschungen 008 e1658995712533

Allein unterwegs im Fläming, der Galgenberg und eine verhängnisvolle Abkürzung

LETZTE ÄNDERUNG am Sonntag 4. Juni 2023 12:37 durch Berlingo


Fläming. 11,3 km Waldwanderung durch Kiefern- und Mischwaldwälder auf einsamen Wegen, mit einem ZUFALLsfund, dem GERÜCHT eines Försters, einem ERHÄNGTEN Schäfer und seinem HUND, STEINKUNST am Wegesrand, dem GEHEIMNIS der Lärche und einer VERHÄNGNISVOLLEN Abkürzung.

  • Start: Mit dem 580iger Bus vom Bahnhof Bad Belzig nach Dippmannsdorf
  • Ziel: Ab Bad Belzig Bahnhof 590iger Bus, Bushaltestelle ZEGG
  • 11,3 km Bergwanderung auf den Galgenberg und einer verhängnisvollen Abkürzung
  • Burgenwanderweg/Europäischer Fernwanderweg E11/Naturparkrundwanderweg 13/Terrainkurwege
  • https://www.komoot.de/tour/835308851?ref=wtd

Jetzt die Fotos und die Geschichte dazu, im Anschluss die Links zu weiteren Abenteuern im Hohen Fläming:

Bad Belzig mit Galgenberg
11,3 km Waldwanderung  durch Kiefern- und Mischwaldwälder auf einsamen Wegen mit einem ZUFALLsfund, dem GERÜCHT eines Försters, einem ERHÄNGTEN Schäfer und seinem HUND, STEINKUNST am Wegesrand, dem GEHEIMNIS der Lärche und einer VERHÄNGISVOLLEN Abkürzung.
Lost Place Fund in der Bahnhofstrasse
Bad Belzig Galgenberg
« von 15 »

Planänderung

Für meinen letzten Aufenthaltstag hatte ich mir die Südroute des Kunstwanderwegs zurechtgelegt doch am Abend zuvor bekam ich von Ralph eine interessante Tour mit Start in Dippmannsdorf zugesandt und so plante ich kurzentschlossen um.

Zufallsfund

Auf dem Weg zum Bahnhof erspähte ich auf einem verwilderten Gelände die Überreste eines kleinen Hauses, das augenscheinlich  abgebrannt war. Das Dach eingestürzt, nur ein Blick durch die Fenster waren möglich.

Geruch des Waldes

Ich begann meine Wanderung in Dippmannsdorf, wohin ich mit dem Bus 580 fuhr. Das Wetter war so durchwachsen, oft wanderte ich mit Steppweste, da es stürmisch windete. Die Sonne lies sich nur manchmal blicken, aber der Geruch des frisch durch den Regen erwachten Waldes verzückte meine Sinne für eine ganze Weile.

Das Gerücht des Oberförsters

Der Architekt dieser 1846 erbauten Fachwerk-Kirche ist Friedrich August Stüler, ein Schüler Karl Friedrich Schinkels. Eine lange Planung ging der Umsetzung voraus, denn zu dieser Zeit war in dieser Gemeinde kein Geld vorhanden, sodass die Pläne immer wieder verworfen wurden.

Fachwerkkirche in Dippmannsdorf
Fachwerkkirche in Dippmannsdorf

Es geht das Gerücht, dass der Oberförster die Kirchengemeinde dazu aufgefordert hatte zur römisch-katholischen Kirchen überzutreten, um endlich wieder ein Gotteshaus nutzen zu können. Dies kam auch dem Konsistorium zu Ohren und so wurde eine Kollekte zu Gunsten eines Neubaus organisiert.

Verbrannte Vergangenheit

Als ich so durch den einsamen Wald wanderte, entdeckte ich zwischen den Bäumen eine Ansammlung von kleinen Holzhäuschen. Das musste ich mir natürlich genauer ansehen und so schlich ich durchs Dickicht und erkundete das verwunschene Gelände.

Lost Place im Wald. Ein Blick ins Innere
Lost Place im Wald. Ein Blick ins Innere

Zwischen den Bäumen war eine Schaukel zu entdecken und ein kleiner See, der heute nur noch ein Moor ist, gab es ebenfalls. Hier scheinen für eine Weile Menschen gewohnt zu haben, die ihre ganze Habe zurückließen.

Der erhängte Schäfer

Der Galgenberg, den ich als Nächstes erklomm, ist der höchste Berg der Lütter Berge und machte laut Überlieferung seinem Namen alle Ehre. Die Legende erzählt, dass der Bauer des Dorfes dem Schafhirten befahl, die Schafe auf ein stark betautes Feld zu führen.

Dort aßen die Tiere feuchtes Klee und verendeten qualvoll. Der Bauer gab dem Schäfer die Schuld und gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft knöpften sie ihn am Galgenberg auf. Der Hund des Schäfers wich nicht von seinem Herren und jaulte Tag und Nacht. Dieses anklagende Geheul veranlasste die Gemeinde auch den Hund aufzuknöpfen.

Als die Sache ruchbar wurde, kam es zu einer Verurteilung der Schuldigen, aber nicht, weil sie den Schäfer aufgehängt hatten, sondern weil sie das unschuldige Tier töteten. 

Steinkunst am Wegesrand

Blick über die weiten Felder des Hohen Flämings
Blick über die weiten Felder des Hohen Flämings

Es folgten schnurgerade Wege am Waldrand mit herrlichen Ausblicken auf weite Felder. Rechts des Weges aus Betonplatten bestehende Überreste von Bahnsteigen, auf der linken Seite aus Steinen gebaute Türme, die mich veranlassten auch eine Weile zu verweilen, um ein paar dieser Türme zu erweitern.

Das Geheimnis der Lärche

Die europäische Lärche ist der einzige Nadelbaum, dessen Nadeln sich im Herbst golden verfärben und die das gesamte Nadelkleid vor dem Wintereinbruch abwerfen. Der beste Schutz vor Kälte und Schnee ist nun mal, wenn die „Blätter“ kurzfristig abgeworfen werden können.

Europäische Lärche, wirft ihre Nadeln ab
Europäische Lärche, wirft ihre Nadeln ab

Die verhängnisvolle Abkürzung

Jetzt folgten Kiefernwälder, die sich seicht windend durch das hügelige Gelände erstreckten, die Wege breit und gut begehbar. Ich machte eine Pause und schaute so in meiner Mapy App herum. Dabei entdeckte ich eine Abkürzung, die schnurgerade durch den Wald führte, kein offizieller Weg. Der kleine Pfad sah interessant aus und so machte ich mich auf den Weg.

Die vermeidliche Abkürzung
Die vermeidliche Abkürzung

Na da erlebte ich aber eine tolle Überraschung, es ging auf und ab, ich weiß nicht mehr wie viele Hügel ich erklommen habe, aber es waren viele und auf jedem sah ich den nächsten anschließen.

Verflixt, was hatte ich mir denn da einfallen lassen. Aber jetzt musste ich da durch, denn die Hälfte war sowieso schon geschafft.

Brennende Muskeln

Nachdem ich die Berge durch den Wald verlassen hatte und mich langsam wieder der Zivilisation genähert hatte, merkte ich jeden Muskel meines Körpers, Oberschenkel, Bauch, Beine und Po brannten ordentlich.

Da kam mir die gesichtete Bushaltestelle ganz recht. Ich schnappte mir den nächsten Bus zum Gasthof, von wo ich dann in die Unterkunft kroch und fix und fertig ins Bett fiel.

Abflug

Am nächsten Morgen wurden die Koffer gepackt und ich reiste zurück nach Berlin, um mich auf meine nächste Reise vorzubereiten, denn ein ganzer Monat Wanderurlaub muss ja gefüllt werden.

Rückkehr

Mit der „kleenen Wandergruppe“ zusammen habe ich die Wanderung über die Kunstwanderweg-Südroute ein paar Tage später nachgeholt.


Fläming Total – Alle Beiträge

Hier findest du alle Links zu Claras allen anderen Wanderungen im Hohen Fläming:

Allein unterwegs im Fläming, der Galgenberg und eine verhängnisvolle Abkürzung

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Allein unterwegs im Fläming, Bad Belzig City Tour mit ZEGG

Unterwegs im Hohen Fläming, von Raben nach Wiesenburg

Unterwegs im Hohen Fläming, von Niemegk nach Raben

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