Erkenntnis danach. Keine gute Idee. An einem Tag, der nicht den schönen Tag am Badestrand verspricht, mal eben einen StÀdtebesuch machen? Etwa mit dem Auto?
Tausende haben dieselbe Idee – und kommen ebenfalls mit ihren Autos. Die kleine Altstadt von Stralsund ist nicht dafĂŒr gebaut.
Das gilt natĂŒrlich fĂŒr viele historische StĂ€dte in der ganzen Welt. Als jemand, der selten mit dem Auto genervt ein Abstellplatz fĂŒr das Blech sucht, wurde ich in Stralsund mal wieder daran erinnert. Wir parkten auf einer Parkspur fĂŒr Busse. Ein einziger Bus stand dort, sonst nur – wie wir – Falschparker. Machte dann 10 Euronen ParkgebĂŒhr-Aufschlag als Verwarnung. Was hĂ€tte das Parkhaus gekostet?
Der Hauptbahnhof und auch der Bahnhof RĂŒgendamm sind nicht weit von der Altstadt entfernt. Besser den Stadtrundgang entsprechend erweitern!
Auch sind Online-Tickets fĂŒr die vier Ostsee-Museen die bessere Idee als sich in megalangen Warteschlangen vor den Kassen zu drĂ€ngeln.
Einige Fotos unseres Stadtrundgangs hier im Cloud Fotoalbum mit bequemen Highlight-Play-Tool:
Der Internationale Kunstwanderweg im Hohen FlÀming besteht schon seit 2007. Es gibt gleich vier verschiedene Routen zwischen Bad Belzig und Wiesenburg. Das Projekt wird gepflegt und auch mal erweitert.
Fast 10 Jahre sind vergangen, seit ich das letzte Mal den Kunstwanderweg Nord im Hohen FlĂ€ming erwandert habe. 20 Kilometer voller Kunst und Naturerlebnisse von Bad Belzig bis zum Bahnhof Wiesenburg. Eine Frage beschĂ€ftigt mich: Was ist von den Land Art Kunstwerken, die dort seit fast zwei Jahrzehnten stehen, heute noch ĂŒbrig?
Bad Belzig Bahnhof â Ein architektonisches Juwel
Der Bahnhof von Bad Belzig ist ein wahres SchmuckstĂŒck â ein Paradebeispiel fĂŒr die Bahnhofsarchitektur des 19. Jahrhunderts. Er hat alles, was das Herz eines Eisenbahnliebhabers höher schlagen lĂ€sst: ein imposantes EmpfangsgebĂ€ude, einen GĂŒterschuppen mit Laderampe, LagerhĂ€uschen, Lok- und Wagenhalle, Stellwerk, Wasserstation und sogar WohnhĂ€user fĂŒr die Bahnbeamten. Kein Wunder, dass er unter Denkmalschutz steht!
Kleine Ăberraschung war dieser offene Gasometer neben an. In der Collage oben rechts. Das Industriebaudenkmal dient auch manchmal Open-Air-Veranstaltungen: Clip hier anschauen
Aber schaust du jetzt einmal auf diese neue Landkarte, dann siehst du, dass wir historisch bedingt von Jakobswegen umzingelt sind:
Screenshot aus der Map in der Camino Love App – Click fĂŒr eine GroĂansicht
Planungskarte in der Camino Love App. Leider werden die Camino-Namen erst nach Draufklick angezeigt. Mehr siehe unten.
Wer die anstrengende, wochenlange Wanderung, also die letzte groĂe Etappe in Spanien nicht auf sich nehmen möchte, aber trotzdem der Jakobsmuschel folgen will, kann sich gleich hier in Berlin auf den Pilgerweg machen.
Ein spannender Ausflug in die Wetterwissenschaft, seine Geschichte und die Natur.
Letzten Samstag hatte ich eine Verabredung im beschaulichen Lindenberg (Mark), einem kleinen Ort in Brandenburg, genauer im Landkreis Oder-Spree (LOS), der fĂŒr sein Wettermuseum und das Meteorologische Observatorium des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bekannt ist.
Und genau dort, im Wettermuseum, konnte ich mich um 10.30 Uhr an einem Samstag einer spannenden FĂŒhrung anschlieĂen. Das Museum ist nur knapp zehn Gehminuten vom Bahnhof entfernt – und der Fahrplan der RB36 der NEB passte prĂ€zise.
Blogpost Update – Audiorundgang entdeckt
Eher zufĂ€llig fielen mir bei einigen Ausstellungsobjekten kleine QR-Codes auf. Ich nahm einen davon fotografiert mit nach Hause … und auf dem Computer tat sich Erstaunliches auf: Die Webseite App.Wettermuseum.de ist keine selbstĂ€ndige App fĂŒr Smartphones, sondern ein Tool, das nur im Webbrowser funktioniert. Dann allerdings auch im Browser auf dem Handy. Was macht diese App?
Audio Guide App Wettermuseum – Klick fĂŒr eine GroĂansicht
Es ist ein durch QR-Codes gefĂŒhrter Audiorundgang im Museum. Es gibt die drei Bereich ErwachsenenfĂŒhrung, KinderfĂŒhrung und VideofĂŒhrung. Die einzelnen Stationen enthalten Fotos und auch lĂ€ngere ErklĂ€rungstexte zum Lesen statt Hören. Und natĂŒrlich einen integrierten Audioplayer fĂŒr die Ohren. Einfach mal reinschauen … und den Ton aufdrehen.
Nicht auf das Logo oben rechts klicken, dann bist du raus aus der App. Sie ist versteckt unter dem Begriff unscharfen Begriff „Digitale Angebote“ im thematischen Bereich „Museum“. Und vielleicht ein Grund fĂŒr einen weiteren Besuch.
Teil I. Der Museumsrundgang – Einblicke in die Welt der Meteorologie
Mein erster Stopp war also das Besucherzentrum des Wettermuseums. Schon beim Betreten des Eingangsbereichs wurde ich von zahlreichen AusstellungsstĂŒcken begrĂŒĂt, darunter beeindruckende Big-Size Thermometer.
Das Museum ist ĂŒberaus modern und reichhaltig ausgestattet und bietet eine FĂŒlle von spannenden Entdeckungen. Besonders gefallen hat mir der freundliche ehrenamtliche Mitarbeiter und Nichtmeteorologe Bernd, der die Geschichte des Wetterwesens und seine Meteo-Themen und Messinstrumente verstĂ€ndlich erklĂ€rte.
Wettermuseum, Check. Es ist 14 Uhr – der Tag ist noch lang. Auf zum Viadukt!
Jetzt wo die verbleibende Zeit klar ist, habe ich mir spontan in der Mapy-Navi-App eine kleine Wanderroute durch Lindenbergs Schlosspark, entlang des Lindenberger Sees und zum historischen, versteckten Viadukt der RB36 Linie zusammengeklickt.
Die eingleisige Bahnverbindung zwischen Königs Wusterhausen und Frankfurt/Oder trennt Lindenberg in Nord und SĂŒd. Wettermuseum und DWD-HĂŒgel im Norden, das alte Zentrum mit Schloss, Schlosspark und Kirche im SĂŒden. Dazwischen und gegenĂŒber des Bahnhofs ein kleines Einkaufszentrum.
Track Lindenberg Runde – GPX Link siehe unten
Nach dem Besuch im Museum zog es mich das Mapy-Routing also am Sportplatz vorbei in den Schlosspark Lindenberg, eine grĂŒne Oase, die zum Verweilen einlĂ€dt. Der kleine Park ist wunderschön angelegt und auch gepflegt (frisch gemĂ€ht), mit alten BĂ€umen, verschlungenen Wegen und einem idyllischen See. Es ist der einzige von Gartenarchitekt Ludwig Lesser nach 1907 angelegten Schlosspark im landschaftlichen Stil. Eine ErklĂ€rtafel am Eingang berichtet davon.
Derartige Tafeln hat das Wettermuseum ĂŒbrigens an vielen bedeutsamen Standorten des Ortes aufgestellt – ganz Lindenberg, eine Ausstellung.
Es mangelt aber leider wohl am Publikum, ab kulturinteressierten Touristen. Mir sind auĂer einigen Gravel-Bikern und einer Radtourengruppe keine Besucher begegnet, Wanderer schon gar nicht. Lindenberg hat halt keinen Badesee, auch keinen Campingplatz.
Und der Oder-Spree-Radeweg (OST) sowie auch die MĂ€rkische Schlössertour (MST) fĂŒhren an Lindenberg vorbei. Vielleicht mal von dort auf einem kleine Umweg etwas abzweigen?
Wir waren am 23. Mai 2024 spontan geplant unterwegs nach Doberlug-Kirchhain (und Lugau nebenan). Dort haben KlubgrĂŒnder Alexander KĂŒhne und die Fotografen Frank Kiesewetter und Henri Manigk sowie weitere Klubmitglieder und eine tolle Ausstellung unterm Dach des Schlossmuseum aufgebaut – die da heiĂt:
„Die groĂe Welt ist da, wo wir sind – Der Jugendclub Extrem 1984 bis 1994“.
Die Ausstellung lĂ€uft vom 17. Mai bis 7. Oktober 2024. Und to Go gibt es einen wunderbaren Bildband zur Geschichte des Clubs und einen Roman des Lugauers und ClubgrĂŒnders Alexander KĂŒhne.
Ich habe mit Erlaubnis des Museums einige „Fotokopien“ gemacht. Zum Dank verbunden mit einer eindringlichen Besuchsempfehlung. Die Bilder sind hier betextet in diesem Fotoalbum in meiner Cloud zu sehen:
Jugendclub Extrem Ausstellung – Click zum Fotoalbum u. a. mit einer GroĂansicht dieser Collage
Das Wetter passt. Spontan ging es am 21. Mai 2024 (Dienstag nach Pfingsten) wieder auf eine MÀrkische Schlössertour.
Route „MST“ SĂŒd. Click zur Mapy.cz Planung
Nach der Nordtour im August 2023 stand noch die SĂŒdschleife aus. Etwa 90 km ab Bahnhof BerkenbrĂŒck, Ziel war auch wieder der Bahnhof Briesen, um mit dem RE1 zurĂŒck zu fahren.
Keine Ahnung, wie viele schöne Schlösser hier im Landkreis Oder-Spree zu sehen sein werden.
Spoiler: Verglichen mit der Nordschleife war es in MĂ€rkisch Oderland nur so la la – nur wenige schöne Highlights.
Ich synchronisierte wieder „Live“-Bilder von unterwegs in das vorbereitete Cloud-Fotoalbum, das inzwischen gut sortiert und betextet ist. Die ganze Fotostory also hier auf der Seite
Diese Tour war zeitlich lĂ€nger als gedacht. Im Dunkeln nur mit Handy-Taschenlampe fĂŒnf Minuten vor Abfahrt den Zug am Bahnhof Briesen erreicht… Auch heute wieder ist der Start auf dem Rad erst ca. 11 Uhr. Aber es sind keine lĂ€ngeren Umguck-Pausen geplant.
KĂŒrzlich bin ich unaufmerksam auf der „Radroute ab HaustĂŒr – bzi Tour 5: Eisenbahn und Landebahn“ vorbei geradelt. Was nicht so tragisch war, zu der spĂ€ten Uhrzeit am Sonntagabend war dieser POI Nr. 15, der Schwerbelastungskörper, eh geschlossen.
Aber der Besuch musste nachgeholt werden. Ich kenne den sog. „Schwerbelastungskörper“ ja bereits seit Jahren – aber nur vom Hörensagen aus den Medien. Oft vorbei gerollt – aber ich war noch nie dort.
Am Dienstag, den 14. Mai 2024 habe ich also einen kurzen Ausflug dorthin geplant – verbunden mit einer fĂŒr mich neuen Route ĂŒber die neue YorckbrĂŒcke Nr. 5, die ich zufĂ€llig bei der o. a. Tour von unten entdeckt hatte. Weil das Routing ĂŒber darĂŒber noch nicht funktioniert – siehe dazu auch diesen Extra-Post mit Fotos.
Genug der Vorworte – wir kommen nun zum Thema dieses Beitrages.
Ein Ort des Geschichtsparcours
Der „Informationsort SchwerÂbelastungsÂkörper“ wurde als technisches Erinnerungsmuseum im Jahr 2009 eröffnet. Als Zeugnis der nationalsozialistischen Stadtplanung fĂŒr Berlin. Der Ort und seine Geschichte sind vor Ort sehr gut dokumentiert.