Ostermontag 2026. Der Plan war perfekt: Weiß-blauer Himmel, die Aussicht auf das legendäre „Tulipan“-Spektakel und ein entspannter 6-Kilometer-Rundweg im Britzer Garten.
Die Realität? Ein beißender Nordwind, gefühlte 9 Grad und die Erkenntnis, dass die Natur in diesem Jahr wohl die Schlummertaste gedrückt hat. Fazit vorab: Wer Tulpen sehen will, sollte im Mai wiederkommen – und wer im April geht, sollte die Daunenjacke nicht im Schrank lassen.
„Radfahrer, fährst du nach Brandenburg, nimm kein Essen mit 😛!“
Unser rühriger Lokalsender hat in seiner offensichtlich immer gern gesehenen Rubrik „Die 30 .. besten, schönsten…“ eine neue Folge „Brandenburg erleben – 30 legendäre Gasthäuser“ präsentiert.
Die Erstsendung war am 24. Oktober 2025 und ist hier auch in der Mediathek nachzuschauen. Sie ist eine Fortsetzung einer ersten Folge „Die 30 legendärsten Brandenburger Gasthäuser“ aus dem Jahr 2024. Hier nachzuschauen.
Die durchaus schönen Bilder der leckeren Speisen lassen wirklich das Wasser im Mund zusammenlaufen. Reihenfolge der „30“ … die Häuser sind Teil einer historischen Zeitreise bis ins Jahr 1755.
Ich habe wie schon häufig die genannten Adressen in einer „Google My Maps“ zusammen getragen. Dabei ist die Idee entstanden, im nächsten Jahr zumindest einige Gasthäuser bei Tages-Radtouren zu besuchen, eine Radreise durch Brandenburg von Gasthaus zu Gasthaus wäre natürlich topp. Die meisten bieten ja auch Übernachtungsmöglichkeiten – aber billig würde das wohl nicht werden.
An einem schönen Sonntag im Oktober 2024 machten wir uns auf den Weg, den Wasserstand des neuen Ostsee bei Cottbus zu überprüfen. Nur noch 70 cm Wasser fehlen und der See ist voll.
See in Sicht. Die Stadt dreht allmählich völlig durch: Seilbahn, Altstadthafen, See-Achse – die Cottbuser bauen sich ihren See, als Cottbuser Ostsee soll er eine Marke werden. Immobilienunternehmen und Fördervereine kümmern sich an vorderster Front.
Cottbus Ostsee – Klick hier zum Fotoalbum in der Cloud
Unsere Wanderung startete am Hauptbahnhof, Ausgang Altstadt, zwischen dem „Bunten Bahnhof“ und der Kunsthalle Lausitz hindurch, am alten Spreewaldbahnhof vorbei. Heute sind dort die Gleise verschwunden, aber das restaurierte Bahnhofsgebäude erinnert noch an die Vergangenheit. Einige alte Bahnhofsgebäude dort stehen im Hintergrund des „Restaurant zur Eisenbahn“ (Dauerhaft geschlossen).
Wir hätten auch eine Station mit der Bahn Richtung See fahren können (Bahnhof Merzdorf) oder mit der Tram-Linie 2 bis zum Sandower Dreieck, entschieden uns aber die 6 Kilometer mit einer Stadtbesichtigung zu kombinieren.
Durch die Schillerstraße ging es Richtung Innenstadt. Vorbei an prachtvoll restaurierten Häusern wie dem Haus Nummer 46 und dem imposanten Staatstheater, dem einzigen staatlichen Theater in Brandenburg. Der große Platz vor dem Blechen Carrée wirkte immer noch unangetastet, ein „Lost Place“, eine Brache, die mitten in der Stadt weiterhin auf eine neue Bestimmung wartet.
An einem zwar frischen, aber sonnigen Wochentag im Oktober waren wir kurz entschlossen im Tierpark Friedrichsfelde unterwegs.
Schon das riesige Mosaik „Tierwelt“ von Dagmar Glaser-Lauermann, das seit 1973 die Unterführung im U-Bahnhof Tierpark schmückt, erinnert an die Geschichte des Zoos im Park:
Sie begann 1955 – als Antwort Ost-Berlins auf den Zoo im Westteil der Stadt. Obwohl die Mauer ja noch nicht gebaut war.
Der Tierpark hat seinen ganz besonderen Charakter und steht in einem wunderbaren Kontrast zu seinem deutlich anderen Pendant im westlichen Charlottenburg. „Tierpark“ und „Zoologischer Garten“ – diese Begriffe gilt es auseinander zu halten.
Immer wieder einmal war die Neue Hakeburg, versteckt auf einem kleinen, bewaldeten Berg zwischen dem Machnower See und Kleinmachnow, einen Wanderbesuch wert. Oder wir sind mit dem Mountainbike dort hinauf.
UPDATE
Es gibt ein zweites Fotoalbum mit dem ebenfalls verfallenen Torhaus und von der anderen Seite der Baustelle. Der zweiter Spaziergang führt auch an der nahen Internationalen Schule und dem blitzsauberen neuen Rathaus und dem Rathausmarkt von Kleinmachnow entlang:
Anfangs, also nach dem Mauerfall, ein noch manchmal bespielter offener Lost Place mit Gastronomie und Tanzsaal, hatten alsbald Spekulanten ein Auge auf den imposanten Bau geworfen.
Da lässt sich doch etwas drausmachen! 2021 wurde der Umbau zu Luxuswohnungen angekündigt. Reinkommen wurde schwieriger. Dann kam tatsächlich die Baustelle. Viele Fenster wurden herausgenommen, Gerüste aufgestellt. Eigentlich hätte anfangs das Dach abgedichtet werden müssen. Auch durch die offene Fensterhöhlen pfeift heute der Wind, der Regen dringt ein.
Bei unserer Außenbesichtigung Anfang Oktober 2024 ist der Eindruck traurig: Gibt es derzeit einen Umbaustopp? Ist das Geld ausgegangen? Wie viele Wohnungen wurden bereits vorab verkauft? (Das Projekt ist „Sold Out“ – siehe unten). Wie soll aus dem riesigen Loch im ehemalige Waldboden eine Tiefgarage werden?
CHECK. Tagesausflug nach Magdeburg – zur „Otto“-Stadt.
An einem schönen Spätsommertag im September 2024 kurzfristig mit dem RE 1 der ODEG nach Sachsen-Anhalt. Eine gute Stunde pünktliche Bahnfahrt war schon fast eine Erholung.
Tickets für beide geplanten Events bekamen wir mitten in der Woche ohne anzustehen in der Touristen-Info, zehn Minuten vom Hauptbahnhof entfernt.
Kurzes Fazit:
Der Ausflug war dann insgesamt nur so halb mega. Banksy lohnenswert für Neugierige, aber Audio-Guide nutzen! Die beiden menschlichen Guides der Stadtrundfahrt und durch Hundertwassers Zitadelle waren zu sehr selbstverliebt in ihre Referatstexte, die sie routiniert abspulten.
Berlin. Nach längerer Zeit, nach sehr vielen Jahren, mal ein neuer Besuch der Gärten der Welt. Es war eine sehr gute Idee. Und mit der ehemalige IGA Seilbahn über den Kienberg sind wir auch noch nie gefahren. Vom schönen Wolkenhain hat man einen tollen Rundblick.
Für alle Touren waren wir mit der Bahn angereist und machten unsere Wandertouren von Bahnhof zu Bahnhof. Und eine Lost Place Erkundung war meist nur ein Teil, aber auch oft ein spannendes Highlight der Wanderung. Einige Lost Places lagen auch vor unserer Haustür – in Berlin.
Mit anderen Worten: „Urban Exploring (kurz: Urbex/Urbexing)“ ist nicht unser Hobby gewesen. Und es ist darauf hinzuweisen. dass der Zutritt von den Eigentümern immer untersagt ist, schon aus deren rechtlichen Verantwortung „falls etwas passiert“.
Und – zum Eigenschutz – niemals allein in gefährlich erscheinende Objekte gehen.
Meine mit Hilfe der Komoot-Gemeinde individuell zusammengeklickte Route durch Leipzig ist etwa 50 km lang.
Drei Etappen wurden daraus. Zu Fuß – ohne ÖPNV-Nutzung, ohne Rad und ohne Roller.
Am letzten Montag im August 2024 beendeten wir die „Grand Route“ mit der dritten Etappe vom Bahnhof Markkleeberg im Süden durch Parks und ein lebendiges Leipzig-Süd bis zurück zum Hauptbahnhof.
Gastronomisches Highlight: Das leckere Gose Bier in der Brauerei „Schalterhalle“ mit Restaurant und Biergarten im ehemaligen Bayrischen (!) Bahnhof🤪. Und sie haben dort sogar montags geöffnet.
Das Fotoalbum dieser Stadterkundung ist inzwischen getextet. Der ausführlichere Bericht hier im Anschluss.
Paul van Dyk – der Techno-Weltstar kommt aus Eisenhüttenstadt. Und nicht nur deswegen strömen immer mehr Neugierige in die schicke, saubere Stahlstadt an der Oder.
Denn eine renommierte Zeitschrift hat neben Paris und London die Stadt im Landkreis Oder-Spree als Reiseziel empfohlen! Schauspieler Tom Hanks war auch schon da und nannte Eisenhüttenstadt nach einem Besuch 2011 „Iron Hut City“. Mit bald 75 Jahren ist sie eine der jüngsten Städte der Republik.
Apropos Oder – neuerdings fährt die ODEG auf der Linie RB1 durch bis Eisenhüttenstadt. Aber nur 1x morgens um 7 Uhr.
Ansonsten gilt weiterhin – besser einen Zug früher nehmen und Essen einpacken – es geht nach Brandenburg😀.
Mehr ÖPNV: „Linie RE1 der ODEG“.