Ausblick WOW
Gestern bin ich dann innerhalb des Westend Krankenhauses umgezogen worden. Sie fuhren mich in den 7. Stock des einzigen Hochhauses auf dem GelÀnde.
Mit weit aufgerissenen Augen starrte ich aus den Fenstern, die im Vorbeigefahren werden vorĂŒberzogen, was fĂŒr ein Anblick, man muss auch mal GlĂŒck haben.
Im Zimmer angekommen, Blick ĂŒber die ganze Stadt, unbĂ€ndige Freude löste gleich mal einen Hustenanfall aus. Aber das war mir egal. Ich konnte wieder ein wenig positiver in die Zukunft schauen.
Nach den Fotos geht der Beitrag weiter, fĂŒr die, die Lust auf lesen haben. đ
Von den Medikamenten her haben sie mich gut zugedröhnt, meist lag ich apathisch im Bett, entweder Transfusion oder Inhalation, jeder Atemzug Schwerstarbeit.
Viele Gedanken rasen durch meinen Kopf. Werde ich es schaffen wieder fit zu werden, wieder Arbeiten in meinem heiĂ geliebten Beruf, mit meinen lieben Kollegen und den tollen Eltern und Kindern. Ungewissheit ist so ein ekeliges GefĂŒhl.
Rechner im Anmarsch
Mittags dann die Ankunft des Rechners und ein paar persönlicher Sachen von meinem Sohn. Danke mein GroĂer đ Rein durfte er nicht, Besuchsverbot. Und mein Sauerstoffschlauch nicht lang genug fĂŒr einen Blick den Gang hinunter, heul. Aber alles ist angekommen, Einrichtung mit UnterstĂŒtzung von Freund Ralph hat auch geklappt.
Noch Panik-GefĂŒhle
Grad mal bis zu Klo reicht der Schlauch, und ans Absetzen nicht zu denken, sofort extreme Atemnot und steigende Panik. Viele Untersuchungen folgen und Ărzte, die sich Zeit nehmen und einen ausfĂŒhrlich befragen und alles genau erklĂ€ren. Das hat mir gut gefallen, fĂŒhle mich sicher aufgehoben.
Zugangs-Port mit Hindernissen
Dann ist mein Zugangs-Port, fĂŒr die Infusionen, kaputt gegangen. Es musste ein neuer gelegt werden. Zwei angehende Ărztinnen versuchten ihr GlĂŒck. Dazu muss ich erklĂ€ren, hab dĂŒnne, hakenschlagende Rollvenen, und die beste Stelle war nun nicht mehr zu gebrauchen.
So versuchten die Damen ihr GlĂŒck, nach 3 missglĂŒckten Versuchen, betretenen Gesichtern und unzĂ€hligen Entschuldigungen wurde mĂ€nnliche UnterstĂŒtzung angefordert. Der Erfolgsdruck hart fĂŒr den Mann, ging auch mal gleich daneben, glatter Durchschuss.
Ich nahm es inzwischen mit Humor, versuchte ein leichte Kommunikation, um die angespannte Situation aufzulockern, und es klappte. Port erfolgreich gelegt, nĂ€chste Infusion konnte starten, alle erleichtert und zufrieden. Ich betrachtete meine Arme, leichte blaue Flecken, egal, tut ja nicht weh, erstmal alles dokumentieren fĂŒr den Beitrag, đ.
Lichtfeuer

In der Zwischenzeit war die Sonne aufgegangen, aber im entscheidenden Moment konnte ich kein Foto machen, da grad wieder irgendeine meiner FlĂŒssigkeiten gebraucht wurde. Vielleicht hab ich ja noch eine Chance in den nĂ€chsten Tagen, denn der Durchbruch war sensationell, mein Atem stockte bei dem Anblick.
Verschobene PlÀne
Ich dachte an die geplante Harzreise, die ich nach Weihnachten machen wollte, ein bisschen Berge, das erste Mal, und vielleicht sogar mit Schnee. Wehmut ergriff mich und eine kleine TrĂ€ne kullerte meine Wange herunter. Das ganze Jahr habe ich darauf hintrainiert ein paar Berglein zu schaffen, wenigstens ein kleines StĂŒck.
Aber wegen Corona wÀr sicher sowieso alles nicht gegangen. Nun muss ich ja eh erstmal wieder neu trainieren, bis ich wieder besser Luft bekomme. Dazu muss ich vielleicht erklÀren, dass die COPD-Krankheit beim Erklimmen von Steigungen ein echtes Problem darstellt, denn man gerÀt sofort in Luftnot.
Zweifel und ein neuer Plan
Und auch die Ăngste kamen zurĂŒck. Ich drohte in einen Strudel der Verzweiflung abzurutschen. Ein neuer Plan musste her. Und da war er auch schon. Ich schreibe alles in meinem Blog, kleine Berichte ĂŒber die Tage im Krankenhaus und die Wiedererlangung meiner MobilitĂ€t.
Es lenkte mich ab und ich möchte auch anderen Mut machen nicht aufzugeben. Zu kÀmpfen und das Beste aus den Gegebenheiten zu machen, die das Schicksal bereithÀlt.
FĂŒr die, die sich fĂŒr Poesie interessieren, habe ich hier den Link zu einem Gedicht vom letzten Jahreswechsel. Es beschreibt die AnfĂ€nge meines neuen Lebensweges. Viel SpaĂ!




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