Forte und Forteleza im Hafen Funchal

Madeira. Funchal. Das Nini Andrade Silva Design Centre und das verlassene Forte Sao José

LETZTE ÄNDERUNG am Montag 1. Januar 2024 17:43 durch Berlingo


Sonntag, 10. September 2023. Dritter Tag unserer diesjährigen Reise nach Madeira. Heute ein relaxter Spaziergang zum Hafen in Funchal. Mit einigen neuen überraschenden Entdeckungen – ganz abseits der Touristentramelpfade.

Zwei neue alte Ziele stehen auf dem Zettel: das wieder freigegebene Forte Sao José und das Fortaleza de Ilheu – letzteres heute mehr oder besser weniger bekannt als „Design Centre Nini Andrade Silva“.

Wer ist Nini Andrade Silva und was hat es mit dem ehemaligen Fürstentum Potinha im Forte Sao José auf sich?

Beide ehemaligen Forts haben wir bei Stadtspaziergängen am Hafen aus der Ferne gesehen. Dieses Jahr waren Leute auf dem Sao José Felsen! Also einfach mal hin!

Wir beginnen mit einem Panorama-Blick vom Catarina Park auf den westlichen Hafen Funchal. Die 360-Grad Aufnahme im Cloud Fotoalbum lässt sich frei drehen.

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Doch was ist denn heute hier am Fähr- und Kreuzfahrthafen los?

Das Video zeigt es. Und lässt hören …

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Menschen drängeln sich ohne Ende. Aha, willkommen in der Welt der Madeira-Rallyes! Die  „Drift Município Do Funchal“, eine lautstarke, qualmende und stinkende Autoshow ist der Anlass der Volksbegierde. Ein bisschen neugierig gucken und dann schnell weiter.

Zum Forte de Sao Jose da Potinha. Wie ein steinernes U-Boot taucht es hinter den Treibstofftanks auf. Das „U-Boot“ ist seit vielen Jahren verschlossen, es wurde offensichtlich irgendwann von seinem Eigentümer aufgegeben. Aber warum?

Forte de Sao Jose 2017
Das Forte de Sao José noch im Jahr 2017 als Fürstentum Pontinha – große und schöne Bilder im Fotoalbum – Quelle/Bild: „Forte de São José, „Principado da Pontinha“, Funchal – Madeira Island. Wikimedia CC BY-SA 4.0 DEED / User Darwinius/att

Noch 2017 hatte der Eigentümer, ein Kunstlehrer, diesen privatisierten, historischen Ort für sich, aber auch die Öffentlichkeit gepflegt. Rentao Barros erklärte sich selbst zum Prinzen von Pontinha und gründete eine „Mikro-Nation“ auf dem Fort, die er Fürstentum Pontinha nannte.

Ich finde bei Wikipedia ein Foto aus dieser Zeit. Siehe hier. Und ChatGPT – die KI weiß alles über dieses Forte.
Und der Guardian hat im Jahr 2014 mit „Prince Renato II“ gesprochen und seine wahnsinnige Geschichte aufgeschrieben: „Experience: I founded my own country. In: The Guardian. 14. November 2014“.

Ausblicken vom dem Forte de Sao José
Schön Ausblicken vom Forte de Sao José

Letztes Jahr war der Aufgang noch gesperrt. Jetzt kann man wieder auf das Dach steigen – auf eigene Gefahr! Der kleine Aufstieg lohnt sich für die Aussicht auf den Hafen und die gegenüberliegende Atlantikküste am Hotelviertel auf jeden Fall.

Man hat auch einen freien Blick zum Design Center auf den Kreuzfahrthafen. den Anleger der Porto Santos Fähre und natürlich den imposanten Felsen des Fortaleza do Ilheu nebenan.

Es sind gerade keine Kreuzfahrtschiffe da. Besser so, also kein Touristenrummel heute. Manchmal steigen hier bis zu 10.000 Menschen aus den riesigen Schiffen.

Wir gehen die wenigen Schritte hinüber zum Eingang des „Nini Andrade Silva Design Centre“. Wir sind unvorbereitet, es soll dort ein Restaurant und eine Designausstellung geben. Soweit unser bescheidenes Vorwissen.

Fortaleza Eingang - Aufzug und Treppenturm
Fortaleza Eingang – Aufzug und Treppenturm

Schon der Zugang ist außergewöhnlich. An der Südwestecke des Felsens lehnt jeweils es ein Turm für einen Aufzug und eine Stahlkonstruktion mit einem offenen Treppenaufgang. Die Frau von uns nimmt den Aufzug – nehme mir mit der Kamera die offene Treppe vor. In jeder Etage werden die Ausblicke auf die Hafenumgebung schöner. Aber die Autoshow dröhnt herüber.

Kaum andere Besucher da! Wir treffen später den Koch an seiner Küche und den Barista im geöffneten Café.

Schnell wird klar. Hier hat sich jemand, also die berühmte Innenarchitektin und Künstlerin ein bauliches Ehrendenkmal geschaffen. Designmöbel, edle Materialien der Modernisierung, viel Glas für freie Aussicht auf das Meer, Holz. Alles wirkt sehr offen. Auch die historischen Mauerzinnen und kleinen Wachtürme wurden restauriert.


Inzwischen hat sich jüngere Geschichte des Forts etwas aufgeklärt
In den 80er Jahren: Discothek Ilheu. Dann bis 2000 bis 2012 Nachtclub und Disco Molhe. 2014 Umbau zum Atelier.
Quelle: Facebook Gruppe This is Madeira Island

Und ich fand inzwischen bei Youtube dieses 18-Minuten Video aus dem Jahr 2015. Eine entspannte, lächelnde Nini Andrade Silva erzählt bei einem Vortrag in Indonesien von ihrer Lebens- und Arbeitsphilosopie, ihre Lebensgeschichte, wie aus Isabel Nini wurde, von ihrem Museum und warum Pebbles mehr beachtet werden sollten. In englischer Sprache, mit Tonstörungen leider, aber nice:

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Mehr: Das Coveted Magazine führte ein exklusives Interview mit der Hotel-Designerin. Ein 3-Minuten-Video aus dem Jahr 2019 hier.
Ein weiteres Video befasst sich mit dem Centro de Design Nini Andrade Silva im Jahr 2015 nach der Eröffnung (portugiesisch).


Lass uns weitergehen.

Wir können uns im offenen Museum unbeobachtet frei bewegen. Die Hauptattraktion ist das Nobelrestaurant, oben, in einem großen „Glaskasten“. Das macht erst abends auf. Zum Dinner. Hier bestellt man sich natürlich einen Tisch vor dem Ausgehen.

Das Fortaleza - Blick durch das Restaurant
Oben auf dem Fortaleza: Blick durch das Restaurant. Im Hintergrund das Ronaldo Hotel CR7

Aber das ebenfalls designte Café neben der Terrasse mit Blick auf das Meer, das ist jetzt geöffnet. Nebenan langweilt sich eine Mitarbeiterin im Souvenirshop. Eine weitere Terrasse mit Sitzgruppen ist offensichtlich für Empfänge unter freiem Himmel gedacht. Es ist die Seite für Sonnenuntergänge. Aber hier ist auch etwas Patina des Ambientes und seiner Möbel zu entdecken, das Meeresklima nagt halt daran. Wie alt ist dieser neue Ort? 2014 wurde er als Atelier umgebaut, 2016 war die Eröffnung als Design Centre.

Beim Schlendern durch den kleinen Galeriebereich mit einigen Arbeits- und Erfolgsnachweisen der Designerin entdecken wir noch einen kuschligen Sonderraum. Eine Lounge Room, eine Ess-Bibliothek, ein VIP-Versteck? Es gibt jedenfalls Bücher an der Wand, alte Madeira-Fotografien – und gedeckte Tische sind vorbereitet.

Isabel Maria „Nini“ Andrade Silva, so der vollständige Name der Künstlerin und Innenarchitektin, ist eine „Tochter“ Madeiras. Sie wird mit zahlreichen, auch internationalen Auszeichnungen gefeiert. Hier sind sie alle aufgelistet.

Auch auf Madeira hat Nini mehrere Projekte realisiert. Dieses Design Centre natürlich, das The Vine Hotel in Funchal, das von den Weinbergen und dem Weinanbau auf Madeira inspiriert ist und mehrere internationale Preise gewonnen hat. Sowie das Saccharum Hotel in Calheta, das von der Zuckerrohrindustrie auf Madeira inspiriert und eine „Banana da Madeira“-Kollektion für „Bordallo Pinheiro“, eine berühmte Keramik-Marke, als Hommage an die Bananenproduktion auf Madeira. ChatGPT weiß so ziemlich alles über Nini und das alte Forteleza.

Nach einem korrekten Nachmittagskaffe verlassen wir dieses erstaunliche Gesamtkunstwerk. Schauen uns noch genauer das gestylte Eingangsportal an. Rechts im Bild ist es die Künstlerin herself in einer frechen Pose, überlebensgroß.

Aufzugturm und Treppenturm. Vieles ist behutsam in, an und auf dem natürlichen Fels des Fortaleza do Ilheu drapiert.

Von der Hafenpromenade gegenüber werden wir noch einen Teleblick zu diesem ungewöhnliche, aber etwas abgelegenem Ort. Ist das der Grund, dass hier mehr Lebendigkeit ausbleibt? Das ist doch ungerecht.

Es ist aber auch schade, dass das Museum nicht mehr so wunderbar aussieht, wie bei der Eröffnung, wie in diesem Video zu sehen. Die tolle Lage ist aber hier dem Projekt wohl auch zu abträglich

Immer noch heult und qualmt die „Drift Município Do Funchal“
Immer noch heult und qualmt die „Drift Município Do Funchal“

Am CR7 Hotel wartet schon, bzw. immer noch Christiano-CR7-Ronaldo – der berühmte Fußballer ist ja ein weiteres „Kind“ der Insel Madeira und wird hier mit einem überlebensgroßen Denkmal zu Lebzeiten gefeiert. Und hier ist natürlich auch viel mehr Publikum.

Das waren zwei sehr interessante Orte. Sie haben mehr Aufmerksamkeit verdient!

Im Web
Biografische Webseiten. Schön, große Illustrationen, Fotos der Künstlerin und ihrer Arbeiten. Website aber technisch nicht up2date – Browser meldet „unsicher“. Vielleicht trotzdem klicken auf
www.NiniAndradeSilva.com
und
www.Facebook.com/NiniAndradeSilva 
www.Instagram.com/niniandradesilva_official
www.Youtube.com/channel/…


Die Website des Forte Sao José ist längst abgeschaltet.
Interessant ist das Interview mit Renato Barros, dem Prince Renato II im Guardia aus dem Jahr 2014:
„Experience: I founded my own country. In: The Guardian. 14. November 2014“


Das große Fotoalbum in der Google Cloud
Sicher – das große Fotoalbum zu diesem Post in der Google Cloud
Alle großen Bilder zum Beitrag, auch in 360 Grad, hier im Cloud Fotoalbum
Mehr – was uns die KI erzählte

ChatGPT – erzähl mir die Geschichte des Forte Sao José

ChatGPT – erzähl mir die Geschichte des Forteleza do Ilheu do Funchal


Wie es an einem Silvesterabend und zum Jahreswechsel in dieser Gegend am Hafen aussieht, ist in diesem gespeicherten Live-Video zu sehen. Zu Beginn steht der Ronaldo noch einsam vor seinem Party-Hotel-mit-CR7-Museum, während zahllose Kreuzfahrtschiffe hast das ganze Wasser im Hafen verdrängen. Im Fortschritt des Video-Walks füllt sich die Szenerie allmählich und es wird deutlich lauter. Auch ein Spaziergang durch die geschmückte Stadt und den Stadtpark ist mit drin. Ende am Santa Catarina Park mit Blick auf den Hafen. Höhepunkt natürlich das imposante 10-minütige Feuerwerk über den Piers und den Schiffen. Feuerwerk beginnt etwa bei 4:38:00 und stottert dann offensichtlich wegen Überlastung der Mobilfunkverbindung dem Ende entgegen 🤣…
Quelle: 369.Virtual_Walks bei Youtube

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