8,6 km Wanderung im Spandauer Forst: Von Krabbeltieren im Haar, auf nicht verzeichneten Wegen und verlassenen Bahnanlagen zur Kirchenruine. Zum Schluss im Turbogang durch den Teufelsbruch.
Ich bekam einen Tipp und machte mich auf in den Spandauer Forst. Mitten im Wald soll eine alte Kirchenruine zu finden sein.
Gleich am Anfang des Waldes entdeckte ich den alten Schienenstrang und beschloss mich darauf entlangzubewegen. Hin und wieder waren Ăberreste von Bahnsteigen und GelĂ€ndern zu entdecken. Ich kletterte ĂŒber umgestĂŒrzte BĂ€ume und Strecken von Schotter durch den Wald, die Wege waren teilweise kaum noch zu erkennen.
Auch auf dem Wanderweg parallel zum Schienenstrang war niemand unterwegs. Diesen Teil des Forstes schien kaum jemand zu bewandern. Ich genoss die Einsamkeit, das Zwitschern der Vögel und das GefĂŒhl auf den Spuren der Geschichte zu wandeln.
In keiner Karte verzeichnete Wege
Nachdem ich den westliche Teil des GelÀndes verlassen hatte, wurde der Weg immer schwieriger zu laufen, die SchienenstrÀnge hatten sich aufgelöst, die Wege waren zugewuchert.
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Um die alte Kirche zu finden, musste ich nun in den Wald abbiegen. Er schien undurchdringlich. Ich kreuzte Wege, die in keiner Karte verzeichnet waren. Nur langsam kam ich voran, mit den Blicken das GelĂ€nde sondierend. Spinnweben in meinem Haar, ĂŒberall krabbelte es.
Die Entdeckung
Doch plötzlich war etwas zu sehen, im dichten Unterholz entdeckte ich sie und bewegte mich langsam darauf zu. Oh, es ist so spannend etwas Neues zu entdecken. Eigentlich sah die Ruine wie ein Bunker aus?
Ich umrundete die Ăberreste, machte Fotos und schaute, ob ich noch GrĂ€ber finden kann, aber das GelĂ€nde war schon so von Vegetation beherrscht, dass nichts mehr zu finden war.
Durch Befragung von Anwohnern stellte sich heraus, dass es tatsĂ€chlich die Ăberreste einer Kirche oder Kapelle waren, die ich hier gefunden hatte.
AnschlieĂend schlug ich mich zum nĂ€chsten Weg durch und gab mit viel Adrenalin im Blut mal so richtig Gas. Ich bremste an einer Tafel am Wegesrand.
Lauschangriff
Auf einer kleinen FreiflĂ€che, die mit RosenbĂŒschen besetzt war, stand einstmals eine Abhörstation der DDR. In der Zeit davor war es aber auch schon MilitĂ€rgelĂ€nde mit Garagen und Bunkern. Der Abriss erfolgte gleich nach der Wende und die Aufforstung mit Mischwaldgehölzen begann 1999.
Stinkemoor
Die schnurgeraden Wege fĂŒhrten mich vorbei an Mooren, die nur so von MĂŒcken beherrscht waren. Da blieb ich besser nicht stehen, denn trotz des MĂŒckenabwehrmittels waren die Viecher voll scharf auf mich. Sie stachen einfach durch die Klamotten. Bei jedem Schritt flĂŒchteten kleine Frösche in das kĂŒhle Nass, ĂŒberall surrte und schwirrte es. Na ja, und der Geruch war auch nicht so prickelnd.
Trotzdem bin ich immer wieder gern in Moorlandschaften unterwegs, denn die skurrilen optischen EindrĂŒcke faszinieren mich nachhaltig, und das bei jeder Jahreszeit.
Verlassener BahnĂŒbergang
Zum Schluss traf ich dann wieder auf den Schienenstrang, an einem verlassenen BahnĂŒbergang mit Bahnsteigresten, dem ich dann bis zum Ende folgte.
Im Anschluss an meinen Beitrag auf dem Blog findet ihr den Komoot-Track, der aber nur was fĂŒr Liebhaber von etwas krasseren Wanderungen ist, inklusive ein paar kleinen Schrammen, Brennessel-Feuer und MĂŒckenplagen.
FĂŒr Verfolger hier der Track:
https://www.komoot.de/tour/445201242?ref=aso
Und die Fotosđđđ[Best_Wordpress_Gallery id=“128″ gal_title=“Geheimnisse im Spandauer Forst“]