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Magdeburg, das Hundertwasserhaus, der Dom und die Elbe mit Wassernotstand

LETZTE ÄNDERUNG am Mittwoch 21. Februar 2024 15:24 durch Berlingo


Auf nach Magdeburg … und auf das Hundertwasserhaus, auf die Grüne Zitadelle der Stadt! – Die „kleene Wandergruppe“ hat sich mal wieder ein Wochenende auf den Weg gemacht eine Stadt, deren Sehenswürdigkeiten und ein wenig Umland kennenzulernen.

  • Anreise: Mit dem 9-Euro-Ticket, RE 1 von Berlin Charlottenburg nach Magdeburg
  • Unterkunft: Intercity Hotel direkt am Bahnhof
  • 7 km Stadtwanderung mit Führung im Hundertwasserhaus, Dombesichtigung und Elbpromenade
  • Sankt Jakobus Pilgerweg, Sachsen-Anhalt 1
  • https://www.komoot.de/tour/828637252?ref=wtd
Und so war’s

7 km Stadtwanderung mit den 22 FIGUREN des TEUFELSbrunnens, den Ideen von HUNDERTWASSER  über die DRITTE HAUT und den RAUM DES BAUMES, von WASSERSPEIERN in luftiger HÖHE, einer HUBBRÜCKE mit besonderer GESCHICHTE und dem besorgniserregenden WASSERstand der ELBE. 

Es folgen die Fotos und eine Geschichte mit vielen interessanten Details:

Stadttour Magdeburg und Hundertwasserhaus
Am Elbufer
Stadttour Magdeburg und Hundertwasserhaus
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In Magdeburg angekommen bezogen wir unsere Zimmer im Intercity Hotel am Bahnhof, kleine, helle, saubere Räume mit allem, was man so braucht. Wir wechselten den großen gegen den kleinen Rucksack und stiefelten los, denn um 14 Uhr hatten wir eine Führung im Haus von Friedensreich Hundertwasser gebucht.

Der Teufelsbrunnen

Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem beeindruckenden Brunnen vorbei. Die 22 Figuren des Faunenbrunnens (oder auch Teufelsbrunnen) sind außergewöhnlich detailliert gestaltet und vermitteln das Bild einer lebenslustigen, leicht frivolen mittelalterlichen Gesellschaft mit Fabelwesen.

Geschaffen hat diese 3,20 m im Durchmesser große Bronzeschale der Glockengießermeister Peter Schilling nach den Entwürfen des Bildhauers Heinrich Apel so um 1976. Tatsächlich gegossen und in Betrieb genommen wurde dieses Kunstwerk aber erst 1986, da vorher der gesamte Platz umgestaltet wurde. Die im Plattenbaustil errichteten Gebäude der Umgebung wurden sehr kreativ umgestaltet und machen den Platz heute ganz besonders.

Friedensreich Hundertwasser und die Grüne Zitadelle von Magdeburg

Diesen letzten von Friedensreich Hundertwasser geplanten Bau konnte er selbst nicht mehr betrachten, da er bereits am 19.2.2000 in Queensland, Australien verstarb.

Ursprünglich stand an dieser Stelle ein Plattenbau, den er umgestalten wollte, denn es war ihm wichtig alte Bestandteile von Gebäuden einfließen zu lassen, aus alt mach neu sozusagen. Die  Verantwortlichen gerieten darüber in Streit und so wurde ein Kompromiss gefunden, mit dem Friedensreich Hundertwasser sicherlich nicht einverstanden gewesen wäre.

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Auf dem Dach des Hunderwasserhauses, Blick in den Innenhof

Trotzdem wurde das 27 Millionen Euro Gebäude nach vielen Querelen dann doch völlig neu gebaut, um mehr Gestaltungsspielraum zu haben. 53 Wohnungen, kleine Geschäfte und Restaurants, eine Kita sowie ein Infozentrum wurden angesiedelt.

Die Idee von der dritten Haut

Hundertwasser war davon überzeugt, dass die Architektur die dritte Haut eines jeden Menschen ist, die zweite ist die Kleidung und die erste die natürliche Haut. Der Mensch sollte Gestaltungsspielraum haben, um sich zu verwirklichen und sich die Architektur anzueignen. Er bemühte sich bei seinen Gebäuden um individuelle Räume für den Menschen im Einklang mit der Natur.

Raum des Baumes

Das Besondere an diesen Wohnungen ist, dass zu vielen von ihnen ein Raum für einen Baum gehört. Dieser Raum des Baumes, der für den Menschen nicht bewohnbar ist, muss vom Mieter gepflegt werden.

Total geflasht von den vielen Infos und den bunten Designs machten wir uns auf den Weg zum Dom. Wir passierten das Amtsgericht, den Landtag, drehten eine Runde um das Kunstmuseum und bewunderten die vielen eindrucksvollen Statuen, die überall herumstehen.

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Kunst am Kunstmuseum

Wasserspeier und Ornamente bis in luftige Höhe

Als Nächstes schauten wir uns den ersten in Deutschland erbauten gotischen Dom an.  Der Dom mit seinen hohen Türmen ist bei gutem Wetter sogar vom Brocken aus sichtbar. Das imposante Gebäude mit all seinen Wasserspeiern und Ornamenten beeindruckte uns schon von außen total, auch wenn man durch Zäune nicht immer an die Fassade herantreten konnte.

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Der Dom im Sonnenlicht

Im Inneren erwarben wir für 2 Euro eine Fotoerlaubnis und betrachteten die großzügigen Räumlichkeiten. Dieser 1207 erbaute Dom wurde 1363 geweiht und ist gleichzeitig die Grabkirche Ottos des Großen.

In diesem Sakralbau vereinen sich gotische und romanische Einflüsse. Der Bau des Gotischen Neubaus dauerte über 300 Jahre und wurde erst 1520 beendet. Wenn man eine Führung bucht, kann man die 433 Stufen zum Nordturm besteigen und einen herrlichen Blick auf die Stadt genießen. Über der Ausstiegstür zur Plattform in 81,5 m Höhe ist die Jahreszahl der Fertigstellung in den Stein eingearbeitet.

Hubbrücke

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Hubbrücke über die Elbe

Die Hubbrücke, die die Elbe überspannt, wurde 1848 als Eisenbahnbrücke erbaut und ist heute für Fußgänger nutzbar. Zu Anfang war die Brücke mit einer Drehtechnik versehen, die aber im Laufe der Zeit zu Problemen bei der Schifffahrt führte. 1895 wurde dann eine Hubbrücke mit einem zusätzlichen Hub von 1,7 m ersetzt und 1933 erfolgte dann der Umbau auf 2,87 m Hub.

1945 erfolgte dann die Sprengung und ein Jahr später der Wiederaufbau. Ab 1988 wurde die Bahnstrecke stillgelegt, weil die Hubvorrichtung defekt war, jetzt wurde diese Brücke nur noch von Fußgängern genutzt. Nach der Fertigstellung der Sternbrücke, etwas weiter Flussaufwärts, und einem Anschlag von Vandalismus musste die Brücke geschlossen werden. Nur durch den großen Einsatz der Bevölkerung konnte die Brücke wieder aktiviert werden. Noch heute zeugen die Gravuren auf den Bohlen von der großen Spendenfreudigkeit.

Am ausgetrockneten Ufer der Elbe

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Das ausgetrocknete Elbufer

Mit Bestürzung stellten wir fest, dass der Wasserstand in diesem Teil der Elbe extrem abgesunken ist. Wir stiegen über die Treppen ans Ufer und konnten trockenen Fußes bis fast in die Mitte des Flusses gehen. Ein besorgniserregender Zustand, denn Schifffahrt ist hier zurzeit nicht möglich.

Jetzt folgt der Link zum zweiten Tag in Magdeburg, an dem wir die Insel Werder mit seinen herrlichen Elbauen besuchten, eine turbulente Rikschafahrt ist auch dabei.

Magdeburg, die Insel Werder und die turbulente Fahrt mit der Rikscha

Video now

Bereits vor einigen Wochen war Wanderfreund Ralph auf seiner Radreise im Magdeburg. Und hat dieses wunderschöne Video vom Hundertwasserhaus geschnitten:

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