Von Berlingo
Der Sommer zeigt sich in Berlin von seiner besten Seite – und was gibt es da Schöneres, als sich aufs Rad zu schwingen, den Fahrtwind zu genießen und den Tag irgendwo mit einem kühlen Getränk im Schatten historischer Gemäuer ausklingen zu lassen?
Genau diese Kombination aus aktiver Bewegung, Berliner Geschichte und verdienter Erfrischung bietet die Fahrradroute „Warmes Licht und kühles Bier“.
Wie die Senatsverwaltung für Mobilität und das Berliner Zentrum Industriekultur (bzi) vor Kurzem offiziell gemeldet haben, ist diese Route pünktlich zur aktuellen Saison als erste von insgesamt acht Themenstrecken komplett im Stadtbild ausgeschildert worden.
bzi- und andere Radtouren in Berlin findet Ihr ausführlich beschrieben und bebildert HIER im Blog.
Da ich die Strecke selbst schon abgeradelt bin und das bzi bei der Routenentwicklung begleiten durfte, habe ich euch heute einen detaillierten Blick auf die Tour und ein paar meiner eigenen Eindrücke mitgebracht.
(Tipp für das Blog: Hier ein erstes eigenes Übersichtsfoto von der Strecke einfügen)
Die Fakten zur Tour: 25 Kilometer pure Berliner Zeitgeschichte
Die Route verbindet zwei der wichtigsten Säulen der Berliner Industrialisierung: die boomende Elektroindustrie (das „warme Licht“) und die traditionsreiche Braukultur (das „kühle Bier“).
Hier sind die wichtigsten Eckdaten im Überblick:
- Länge: Ca. 25 Kilometer (davon komfortable 21 km auf Asphalt).
- Streckenprofil: Hauptsächlich gut ausgebaute Radwege, ruhige Nebenstraßen und malerische Uferwege. Lässt sich super entspannt fahren – egal ob mit dem Trekkingrad oder dem E-Mountainbike.
- Schwierigkeit: Leicht und absolut freizeittauglich.
- Orientierung: 85 nagelneue Wegweiser und 100 Routenplaketten zeigen euch den Weg. Ihr müsst nach dem Logo mit dem weißen Blitz auf rotem Grund Ausschau halten. Praktischerweise sind die Schilder sogar mit einem Schutz gegen Aufkleber und Graffiti beschichtet.
Vom Technikmuseum quer durch die Kieze
Der Startschuss fällt an einem Ort, der wie kein anderer für den Berliner Erfindergeist steht: dem Deutschen Technikmuseum in Kreuzberg. Direkt vor dem Eingang des Science Center Spectrum in der historischen Ladestraße informiert neuerdings eine Info-Stele über die Tour. Von dort aus führt der Weg quer durch Kreuzberg, Mitte, den Wedding, Gesundbrunnen und schließlich hinein nach Prenzlauer Berg.
Insgesamt steuert ihr auf den 25 Kilometern 18 historische Sehenswürdigkeiten an, von denen stolze 16 unter Denkmalschutz stehen. Das Faszinierende an dieser Route ist der Ensemble-Charakter, den das bzi hier geschaffen hat. Die oft weit verstreuten Orte der Industriegeschichte werden im Vorbeiradeln plötzlich als zusammenhängendes Ganzes erlebbar. Man begreift beim Treten, wie stark Fabriken, Kraftwerke und Arbeiterkieze miteinander verzahnt waren.
(Tipp für das Blog: Hier ein Foto von einem der industriellen Highlights platzieren, z.B. AEG-Gelände im Wedding oder Kulturbrauerei)
Wo das „warme Licht“ auf das „kühle Bier“ trifft
Auf der Strecke rollt ihr vorbei an den monumentalen Kathedralen der Elektrizität – den ehemaligen Werksgeländen der AEG oder Siemens, die einst Berlin zur Welthauptstadt der Elektrotechnik machten. Das „warme Licht“ steht symbolisch für die Elektrisierung der Metropole, die das Leben der Menschen im 19. und 20. Jahrhundert von Grund auf revolutionierte.
Und das kühle Bier? Das wartet vor allem im späteren Verlauf der Tour in Prenzlauer Berg. Die Route führt zu den beeindruckenden historischen Brauereiareälen der Stadt. Wo früher tonnenweise Gerstensaft gebraut und in tiefen Kellern gekühlt wurde, pulsiert heute das kulturelle Leben. Das Beste: Entlang der Strecke gibt es laut bzi 9 Gaststätten an echten Orten der Industriekultur. Perfekt also, um das Rad kurz abzustellen, die Smartphone-Kamera für ein paar Detailaufnahmen zu zücken und den Flüssigkeitshaushalt aufzuhalten.
(Tipp für das Blog: Hier ein Bild von einem gemütlichen Biergarten vor historischer Backsteinkulisse einfügen)
Mein Fazit: Perfekter Sommerausflug abseits der Touri-Ströme
Was mir an dieser Route besonders gefällt – und was auch visitBerlin betont – ist die Streckenführung abseits der klassischen, überlaufenen Touristenpfade. Man entdeckt Ecken der Stadt, an denen man sonst vielleicht achtlos vorbeigefahren wäre. Für mich als Blogger und Fotografen bietet die Tour hinter jeder Kurve neue Motive: das Spiel von Licht und Schatten auf altem Backstein, moderne Street Art an historischen Mauern und das lebendige Treiben in den umgenutzten Höfen.
Wer die Tour nachfahren möchte: Das bzi und die Senatsverwaltung stellen umfangreiches Material bereit. Es gibt gedruckte Flyer, PDFs, GPX-Tracks für euer Navi und die Route steht komplett abrufbar bei komoot bereit – sogar zweisprachig auf Deutsch und Englisch.
Also: Chromebook zuklappen, die eigene Kamera oder das Pixel-Smartphone einpacken, Reifen aufpumpen und ab aufs Rad. Das kühle Bier im historischen Ambiente wartet schon!
Habt ihr die Route oder Teile davon schon ausprobiert? Welche Industriebauten in Berlin faszinieren euch am meisten? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!
Quellen: